Markus 8 – Der Wendepunkt
Noch einmal gibt Jesus Tausenden Menschen zu essen, diesmal wird die Zahl auf ca. 4000 geschätzt. Die Menschen waren schon den dritten Tag (d.h. zwei Übernachtungen) bei Jesus und ihr Proviant war aufgebraucht – wie beeindruckend wohl seine Ansprachen gewesen sein müssen. Nach dem Wunder setzen Jesus und seine Jünger auf die Westseite über, wo sie von Pharisäern in ein Streitgespräch verwickelt werden. Jesus solle endlich den Beweis erbringen, dass er von Gott autorisiert ist …
Nach all den Wundern ist es schon erstaunlich, dass immer noch ein weiteres Beweisstück verlangt wird. Aber ist das heute besser? Hört man nicht immer wieder: Wenn Jesus dies oder jenes für mich tun würde, oder wenn er mir so begegnen würde, … ja dann würde ich an ihn glauben.
Welches „Zeichen“ wünschst du dir von Jesus?
Die Pharisäer bekommen kein Zeichen. Jesus fährt wieder auf die Ostseite und warnt seine Jünger vor der herausfordernden statt demütigen Haltung der Pharisäer. Wie beim Sauerteig oder einer ansteckenden Krankheit reichen wenige „infizierte“ Personen um viele „anzustecken“. Hier wird zum 4. Mal darauf hingewiesen, dass die Jünger nichts verstanden haben. („Sauerteig“ hat für sie Brot bedeutet, dass man nicht immer essen darf, und vielleicht waren sie wieder in nicht-jüdisches Gebiet unterwegs, wo sie kein koscheres Brot kaufen konnten …) Interessanterweise hatte Jesus gerade vor kurzem einem Tauben die Ohren geöffnet, und hier im Anschluss einem Blinden die Augen. Aber gerade die Augen und Ohren der Jünger scheinen nicht richtig zu funktionieren (V 8).
Doch dann die Erleuchtung: Petrus spricht aus, was er und seine Kollegen insgeheim schon einige Zeit gehofft hatten: „Du bist der Messias!“ – Jesus ist der lang erwartete Befreier und neue Herrscher für Israel, der schon vor Jahrhunderten angekündigte kommende König. Jetzt war es also heraus – ziemlich genau in der Mitte des ganzen Evangeliums. Hier ist auch der Wendepunkt im Bericht von Markus. Jesus sagt JA und NEIN – JA, er ist der angekündigte Erlöser, und NEIN er ist nicht so, wie die Menschen ihn sich vorstellen – um weiteren Missverständnissen vorzubeugen (oder auch um nicht noch mehr Wirbel und Widerstand zu verursachen) sollen auch die Jünger, genau wie die Dämonen und Geheilten nichts davon weitererzählen.
Mit der Erkenntnis (und dem Bekenntnis) des Petrus beginnt Jesus über sein kommendes Leiden und Sterben zu erzählen. Wie anders die Vorstellung des Petrus gewesen sein muss, erkennt man daran, wie massiv Jesus dessen Versuch, ihn vom Leiden abzuhalten, zurückweist. »Geh weg von mir, Satan! Denn was du denkst, kommt nicht von Gott, sondern ist menschlich.« (Hier eine der wenigen Stellen, wo menschliches / natürliches Denken mit dem Satan in Verbindung gebracht wird.)
Für alle, die Jesus als Erlöser erkannt haben, geht der Unterricht in der nächsten (Schul)Stufe weiter:
Wenn jemand mein Jünger sein will, muss er sich selbst verleugnen, sein Kreuz auf sich nehmen und mir nachfolgen. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, wird es retten. Was nützt es einem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen, wenn er selbst dabei unheilbar Schaden nimmt? Denn was könnte ein Mensch als Gegenwert für sein Leben geben? Wer in dieser von Gott abgefallenen und sündigen Zeit nicht zu mir und meinen Worten steht, zu dem wird auch der Menschensohn nicht stehen, wenn er mit den heiligen Engeln in der Herrlichkeit seines Vaters kommt. (Verse 34-38)
Wie sehr passen der predigende, der wunderwirkende, der heilende und selber leidende Jesus zusammen, mit dem Jesus, der in Herrlichkeit wieder kommen wird?
Möchtest du – nach den neuen Erkenntnissen dieses Kapitels – (immer noch?) ein Schüler, ein Anhänger und Nachahmer von diesem Jesus sein? Warum – warum nicht?
halleluja!
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vielen dank fuers sharing!
immanuel
herzlich gern :-)
Gottes Segen